Wiesn Tagebucht – noch 39 und der Rest von heute

 

Post ist da.

bandl

Das Sommerloch hat einige Vorteile. Zum Beispiel ist der Briefkasten selten überfüllt. Sämtliche Ämter und Behörden haben, außer in dringenden Notfällen, irgendwie auch „Post-Verbot“. Zumindest kommt mir des oft so vor. Wenn also im August ein dicker großer Umschlag in der Post ist, dann könnte es sein, dass man Wies´n-Gast ist. Bis August werden ja bekanntlich die Gutscheine und Einlassbänder verschickt. Die Glücklichen, die eine Reservierung in einem der Festzelte ergattert haben. Die bekommen jetzt ihre heißersehnten Gutscheine. Und die noch viel heißer ersehnten Bandl. Ohne die ist ja praktisch kein Reinkommen! Es gibt aber noch eine andere Spezies, die ebenfalls im August Post bekommt – zu der gehöre ich! Das arbeitende Volk erhält – wenn nicht schon geschehen – jetzt die Unterschriebenen Verträge.

Ein wundervolles Gefühl!

Und im gleichen Atemzug, in dem ich mich über meine Unterlagen freue, habe ich auch gleich schon den Anflug eines Muskelkaters.

Ich gehöre nicht zu den Schreibtisch-Tätern, die sich nie bewegen, außer sie brauchen Kaffee oder müssen das stille Örtchen besuchen. Ich gehöre aber auch nicht zu den Sportskanonen, die jeden Morgen schon vor dem Aufstehen eine Stunde zum Joggen gehen, danach pünktlich beim Yoga sind und am Abend noch das Workout auf dem Spinning Bike zelebrieren. Ich bin mehr so die „du musst jetzt mal was – aber Hausarbeit ist auch Sport, wenn man es richtigmacht!“ Von vielen hört man immer „Wies´n Bedienung, des ist schon ein Knochenjob!“ Das sagen zumindest die, die es noch nie gemacht haben. Wies´n Bedienungen selber finden diesen Ausdruck entweder völlig untertrieben oder sie stehen irgendwie auf Schmerzen. Sind wir ehrlich, es geht schon an die Konsistenz. Nicht wegen den 10 Maß die wir auf einmal tragen (klar, der eine mehr der andere weniger – aber das ist so ungefähr der Durchschnitt) auch nicht wegen der 15 halben Hendl samt Teller, die wir auf unseren Schlitten aufstapeln und auch nicht wegen dem wenigen Schlaf, den weiten Wegen, den unfreundlichen Gästen, den Putzeinheiten, der lauten Musik und dem ungesunden Essen und selbstredend auch nicht wegen der Unmenge an Alkohol die wir in diesen Tagen vernichten müssen. Nein nix von dem macht diesen Job zu einem Knochenjob – alles zusammen macht das!

Nichts desto trotz, es ist endlich August, noch 39 Tage und der Rest von heute. Jetzt freut sich jeder, dass endlich bald losgeht!

Bei mir kam die Post natürlich auch schon an. Darauf hin, hab ich mir erstmal ein frisches, kühles (übrigens alkoholfreies) Weißbier gegönnt. Zur Feier des Tages so zu sagen. Mei ist des schee. Endlich nei ins Dirndl… und dann wurde mir von jetzt auf gleich ganz anders. Apropos Dirndl. 1. Wo sind meine Wies´n Dirndl? 2. Passe ich überhaupt noch rein in die Dinger???Die handelsübliche Dirndlträgerin unter meinen Leserinnen wird sich jetzt denken: na die stellt sich FRAGEN! Wieso weiß sie nicht wo die sind? Und warum sollte sie nichtmehr reinpassen? Das kann ich hier schnell und einfach erklären: am Tag nach der Wies´n lässt sich die dann „Ex-Bedienung“ noch genau zu einer Tätigkeit hinreißen: Des G´wand in die Waschmaschine. Mit Vorwaschgang! Nach dem trocknen (oftmals trocknet des mehrere Tage) kommt alles in eine Kiste und wird verstaut – irgendwo ganz weit unten – sehen will man davon nix mehr!

"Trocknungsphase"

„Trocknungsphase“

Gut verstaut und aus den Augen wartet des Zeug dann brav bis zum nächsten Einsatz. Wies´n Dirndl meistens genau ein Jahr, weil jedes Zelt eine eigene Kollektion hat. In diesem einen Jahr passiert viel. Weihnachten, Ostern, Sommer, Partys, Sport… man verliert ein Kilo, man gewinnt ein Kilo – kurz um, es ist jedes Jahr aufs Neue spannend ob man noch rein passt…

Das heißt, schnell los und suchen und probieren, weil es sind nur noch 39 Tage – und der Rest von heute!

Morgen: ab zur Schneiderin!

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