A Weißbier in da Sun

Was dem Einen sein Kaffee ist dem Anderen sein Weißbier. Könnte man so sagen, muss man aber nicht. Was man aber mit Bestimmtheit sagen kann: an Weißbier scheiden sich die Geister!

„Das Gute am Weißbier: Es kann von elf Uhr morgens bis zum Frühstück getrunken werden.“ (Klaus Augenthaler, ehem. Bayern Spieler/Fußballtrainer)

Kupfer-gold-blond glänzend, eine üppig weiße Schaumhaube und ein aromatischer, fruchtiger Duft nach Banane. In dem typischen, sich nach unten hin verjüngenden, mit dickem Boden versehenen Glas. Temperiert auf 9 Grad. Wer jetzt keinen „Durscht“ hat – dem ist halt auch nicht zu helfen.

Weißbier ist nach allem Wenn und Aber eine absolut typisch-bayerische Biersorte. Wenn auch zu Beginn der Karriere dieses wunderbaren Gesöffs das Brauen von Weißbier in Bayern strengstens verboten war – zum einen, weil der Weizen für die Ernährung der Bevölkerung gesichert werden sollte, zum anderen, gings natürlich um den Zaster. Georg Schneider war dann 1872, nach der Aufhebung des Monopols durch den Kurfürsten Karl Theodor, der erste Privatmann, der in München eine Weißbierbrauerrei gründete. Neben der „Schneider-Weißen“ gibt es heute eine Vielzahl populärer Weißbier-Marken. Jede für sich ist etwas anders – aber alle machen sie Weißbier.

Ein erfrischendes, spritziges, fruchtiges und leicht herbes Erfrischungsgetränk. Guuuut – sagen nun sicher einige: es ist auch ein Getränk, welches einem heftig in den „Belli brennt“. Manch einer ist sicherlich schon mit einer „Granaten-Fichte“ wenn nicht sogar einem ganzen „Fichtenwald“ aus dem Paulaner im Tal gesteuert, nachdem er zuvor eine nicht zu verachtende Anzahl an „Sternweiße“ vernichtet hat.

Und sicherlich hat sich der Ein oder Andere auch schon mal einen Abend auf dem Weißbierfest des örtlichen Burschenvereins im Nachgang durch den Kopf gehen lassen. Aber sind wir ehrlich – das passiert ja auch mit Hugo, Schampus und Vino in allen Formen und Farben. Einen elementaren Unterschied gibt es jedoch zwischen Weißbier und allen anderen Getränken: man mag es oder man mag es nicht. Bei kaum einem anderen flüssigen Nahrungsmittel ist das so. Der Eine mag Weißwein, der Andere Rose, der Eine mag Hugo, der Andere Spritz, Champagner oder Prosecco, Kölsch oder Alt, Likör oder Schnaps, irgendwas trinkt jeder. Nur Weißbier – des liebt man oder man macht einen großen Bogen drum. Ich gehöre (völlig überraschend an dieser Stelle, ich weiß) zu den wenigen Frauen auf diesem Planeten die das Weißbier lieben.

 

Weißbier ist für mich ein Stück Lebensgefühl. In der „bleifreien“ Variante ist es ein prima Durstlöscher – mittags am Strand, nach dem Sport, zum Essen und immer dann, wenn ich mal wieder der „Fahrer“ bin.

Und: zum stillen, war es ein notwendiger Begleiter. Hört sich vielleicht komisch an, aber ein Alkoholfreies Weißbier ist die beste Empfehlung! Alkfreies Weißbier ist nämlich nicht nur isotonisch, sondern auch kalorienarm, reich an Vitaminen und Mineralstoffen – rund um ein weitgehend gesundes Gesöff.

Nichts desto trotz: auch einem „echten“ Weißbier kann ich einiges abgewinnen. Gut gekühlt, frisch eingeschenkt und in guter Gesellschaft kann ich diese blonde Schönheit genießen. Es ist ein Stück Bayern, ein bisschen München und ganz viel Tradition. Das gibt es nicht in der Dose. Echtes, feines, bayerisches Weißbier gibt es auch außerhalb von Bayern nicht einfach so zu kaufen – und nein, ich spreche hier nicht von dem Exportschlager der Thermen-Stadt südöstlich von München. Zu meinen Weißbier-Favoriten gehört ganz klar das königlich-bayerische „König Ludwig“ aus Kaltenberg. Habt ihr Lust auf ein Experiment? Kauft Euch doch mal eine Flasche „König Ludwig Hell“ und ein anderes Weißbier von „SchneiderWeisse“ oder „Erdinger“. Beide Flaschen stellt ihr für 2 Tage in die Tür Eures Kühlschranks. Zwei Weißbiergläser werden sauber abgewaschen, getrocknet und dann noch einmal mit kalte Wasser ausgespült und über Kopf getrocknet. Beim Einschenken müsst ihr nur drauf achten, dass ihr Euch Zeit lasst. Und NEIN – der Flaschenhals gehört nicht in dem Bier versenkt. Das letzte 1/5 dreht ihr dann in der Flasche schwungvoll ein paar Mal in eine Richtung, bevor ihr es dann mit Schwung in das aufgerichtete Glas schüttet: und jetzt setzt ihr Euch ganz in Ruhe hin und genießt mal einen Schluck. Erst das Andere – dann ein Schluck König Ludwig. Welches schmeckt Euch besser? Könnt Ihr einen Unterschied schmecken? Und schmeckt Ihr vielleicht sogar die „Banane“ raus?

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Zu echtem Lebensgefühl gehört für mich auch immer Musik.

Nach einem Lied über Weißbier musste ich nicht lange suchen: da weiß ich gleich 2. Das erste möchte ich Euch heute gleich Präsentieren. Für mich ist er einer der besten Münchner Liedermacher der Neuzeit – des hört sich mega geschwollen an. Ist aber genau so! Der Roland Hefter macht ganz wunderbare Lieder. Eben auch eins über mein Lieblings-Getränk:

 

Des 2. großartige Weißbierlied kommt ebenfalls von einem Münchner Musiker – aber dazu in kürze mehr.

Jetzt freue ich mich auf mein Weißbier – wohlverdient – und auf Eure Geschichten zum besten Bier der Welt.

Herzlichst,

Eure Paulina

 

 

2 comments

  1. Goldi says:

    tsttstsst Fazit von Weißbier in da Sun lesen. Einfach ned scho um 9.00 Uhr lesen …Jetzt hob i durscht ….. Danke Pauline ..(:-))

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